Blickwechsel - anders Unterwegs

12.11.2015 Alter: 2 Jahr(e)
Am Samstag, den 07.11.2015 machten sich die Jugendlichen auf den Weg und erkundeten ihr Dorf mal aus einer anderen Perspektive. Im Rahmen der Demografiewoche wollten die Jugendlichen, ausgerüstet mit Rollstühlen und seheinschränkenden Brillen, am eigenen Leib erfahren, was die Einschränkungen des Alters bedeuten. Sie waren in Kleingruppen unterwegs und versuchten ganz alltäglich Aufgaben zu lösen. Hierbei wurden sie vor Probleme gestellt, die ihre Kreativität und Kommunikationsfähigkeit forderte. Treppen zu Bäcker und Metzger stellten schwierige Hindernisse dar, aber sie wussten sich zu helfen. Mal wurde der barrierefreie Hintereingang benutzt oder man bat Menschen, die zufällig unterwegs waren, um Hilfe. Laura meinte, sie hätte nicht gedacht, dass es so schwer sei, im Rollstuhl sitzend, eine Tür zu öffnen oder den Einkauf nach Hause zu transportieren. Selbst einfach nur geradeaus zu fahren war für die ungeübten Fahrer schon ein Problem. Robin sagte, man müsse sich vorher schon genau überlegen, wo man hin will, und welche Hindernisse evtl. auftauchen könnten. „Einfach so losgehen und sich eine Cola kaufen geht eben nicht“. Bürgermeister Werner Olk, Schirmherr der Aktion, ließ es sich nicht nehmen, persönlich mitzumachen. Mit einer seheinschränkenden Brille und einem Langstock ausgerüstet machte er ganz neue Erfahrungen in seinem Ort. Die auf dem Bürgersteig geparkten PKW erschwerten ein Vorankommen manchmal sehr. Ziel der Aktion war es den Jugendlichen eine Erfahrung zu ermöglichen, die ihre Einfühlsamkeit und Toleranz für Menschen mit Einschränkungen stärkt. "Wie ist es, wenn man in seinem Dorf mit Rollstuhl, oder anderen Einschränkungen der Mobilität unterwegs ist? Welche Hindernisse müssen überwunden werden und welche Hilfestellungen sind notwendig? ..."   Fünfzehn Jugendliche aus Welschbillig und ihr Bürgermeister, Werner Olk, lernen ihr Dorf aus anderer Perspektive kennen. Das Projekt Blickwechsel - anders unterwegs ist eine Veranstaltung des Pflegestützpunktes Welschbillig und des Jugendrings Trier-Land im Rahmen der 2. Demografiewoche Rheinland-Pfalz. Die Kooperationspartnern waren die Jugendgruppe Berreshauskeller, die Jugendfeuerwehr, der Malteser Hilfsdienst und der Club Aktiv Trier.   Nach der anschließenden Diskussion konnten alle Beteiligte noch einmal die seheinschränkenden Brillen mit Langstock ausprobieren und stellten fest, dass sie ohne Stock ganz schön aufgeschmissen wären. Es bestand auch die Möglichkeit sich mit Hilfe eines präparierten Handschuhen, der eine Parkinson-Erkrankung simulierte, sich trotz erheblichen Zitterns ein Brot zu schmieren oder eine Tasse Tee zu trinken. Keine Erfahrung wurde ausgelassen. Besonders beeindruckend war der Alterssimulationsanzuges, der ein Gefühl dafür vermittelte, wie schwierig es sein kann, sich im Alter fortzubewegen. Die Aktion wurde von allen Teilnehmern als überaus positiv und interessant bewertet. Denn zukünftig werden die Jugendlichen gegenüber älteren und gehandicapten Menschen aufmerksamer, toleranter und hilfsbereiter sein. Die Fotos zu der Aktion finden Sie in unseren Alben.