Für starke Kinder - gegen Gewalt

20.04.2012 Alter: 6 Jahr(e)
Von: Trierischer Volksfreund vom 20.04.2012
Kategorie: Presse
Der Arbeitskreis Gewaltprävention hat das Programm seiner Projektwochen vorgestellt. Vom 15. Mai bis zum 30. Juni gibt es zahlreiche Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Den Auftakt bildet eine Fachtagung.

Stellen das Programm der Projektwochen vor: Stefan Zawar-Schlegel vom Treffpunkt am Weidengraben, Stadtjugendpflegerin Susanne Schmitz, Irene Stangl von der Fachstelle Gewaltprävention und die Jugendschutzbeauftragte Christine Schmitz (von links). TV-Foto: Daniel John

Trier. "Starke Kinder sind geschützt, auch vor Gewalt - dass sie weder Täter noch Opfer werden", sagt Irene Stangl von der Fachstelle Gewaltprävention im Konzer Haus der Jugend. Um das zu erreichen, besteht seit 1999 der Arbeitskreis Gewaltprävention der Stadt Trier und des Kreises Trier-Saarburg, in dem sich Verwaltungen, öffentliche Institutionen und freie Träger zusammengeschlossen haben. Schwerpunkt der Arbeit sind neben den ganzjährigen Angeboten die Projektwochen, die am 15. Mai mit einer Fachtagung zum Thema Resilienz (siehe Extra) beginnen. Kurse und Workshops Bis zum 30. Juni gibt es Kurse, Workshops, Sportveranstaltungen und vieles mehr. Susanne Schmitz vom Jugendamt betont: "Die Projektwochen leben davon, dass alle Träger ihre jeweiligen Stärken und Kompetenzen in das Programm einbringen." Dadurch soll eine möglichst große Zahl junger Menschen erreicht werden. Im Trierer Jugendzentrum Don Bosco beispielsweise sind am 16. Mai Kurzfilme zu den Themen Gewalt und Mobbing zu sehen, an acht Terminen im Kino Broadway der preisgekrönte Jugendfilm "Der Taschendieb". In Saarburg gibt es am 25. Mai ein Streetball-Turnier, bei dem der Fair-Play-Gedanke ebenso im Vordergrund steht wie beim Drei-Disziplinen-Turnier am 18. Mai auf dem Trierer Petrisberg. Das Ein-Mann-Theater Hein Knack tritt in mehreren Schulen mit dem Stück "Schweinebacke" über Mobbing auf. Einen experimentellen Ansatz verfolgt die Aktion "Musik und Ausdruck" der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral am 22. Mai in Saarburg. Um ihre Gewaltfantasien abzubauen, sollen Jugendliche zu aggressiver Musik Bilder malen, die anschließend ausgestellt und diskutiert werden. Doch nicht nur die Kinder und Jugendlichen selbst werden von dem Programm angesprochen. Mehrere Seminare und Workshops wenden sich an Lehrer, die Strategien zur Vermeidung von Gewalt und für ein positives Unterrichtsklima lernen möchten. Eines ist Irene Stangl wichtig zu betonen: "Oft steckt hinter der Gewalt gar kein böser Wille." Viele Kinder hätten kein Repertoire an Möglichkeiten zur gewaltfreien Kommunikation. Sie setzt daher auf eine "Primärprävention", die Kinder in ihren sozialen Kompetenzen stärkt. Auch die Jugendschutzbeauftragte Christine Schmitz sieht Beziehungsfähigkeit als einen Schlüssel zur Vermeidung von Gewalt: "Wichtig ist, dass Kinder einen Ansprechpartner haben, der sich für sie engagiert." Das komplette Programm der Projektwochen gibt es im Internet unter www.gewaltpraevention-trier.de Extra Unter Resilienz versteht man die psychische Widerstandsfähigkeit, auch mit schwierigen Lebensumständen und Schicksalsschlägen umgehen zu können. Die relativ junge Forschung zum Thema untersucht, welche Faktoren wie Selbstwertgefühl oder Beziehungsfähigkeit dabei hilfreich sind. Professor Günther Opp von der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg stellt auf der Fachtagung die neuesten Erkenntnisse vor. Der Arbeitskreis Gewaltprävention erhofft sich davon auch Anregungen für die eigene praktische Arbeit. daj