Ein Koffer voller Heimat geht auf Reisen

17.10.2012 Alter: 5 Jahr(e)
Von: Trierischer Volksfreund vom 17.10.12
Kategorie: Presse
Als eine von 20 Gruppen in ganz Deutschland nehmen Jugendliche aus Schleidweiler am Austauschprogramm "hin & weg - Ich packe meinen Koffer und zeig dir meine Heimat" teil. Die Aktion ist eine Initiative der Stiftung Demokratische Jugend. Zu Gast in Schleidweiler war die Jugendgruppe Uhlstädt-Kirchhasel aus Thüringen.

Die Jugendlichen präsentieren, was typisch für ihre Region ist. Aus Schleidweiler sind Sebastian Schuld, Constantin Ney und Anne Cordie (von links) dabei. Zu den Gästen aus Uhlstädt-Kirchhasel gehören Dennis Rohlleben, Sarah Hübscher und Sophie Werlich. TV-Fotos (2): Lisa Bergmann

Zemmer-Schleidweiler. Zwei Koffer stehen ´im Mittelpunkt des zweitägigen Besuchs von Jugendlichen im Rahmen des Austauschprogramms "hin & weg". Dekorativ aufgereiht schmücken sie die lange Tafel beim Abschiedsfrühstück im Bürgerhaus Schleidweiler. "Das ist das Interessanteste an der ganzen Geschichte - dieser Koffer repräsentiert all das, was für die Jugendlichen Heimatgefühl ausmacht", sagt Waltraud Alten, Jugendpflegerin des Jugendrings Trier-Land und Leiterin der Jugendgruppe. Kochbuch und Filmparodie In ihren jeweiligen Koffern haben die Jugendgruppen aus Schleidweiler und dem thüringischen Uhlstädt-Kirchhasel zehn Gegenstände gepackt, die ihre Heimatregion repräsentieren sollen. Die Schleidweilerer haben sich unter anderem für ein Kochbuch in Trierer Platt, eine Keramiknachbildung der Porta Nigra und eine DVD des Films "Freck Langsam" entschieden. Ziel des Programms ist es in erster Linie, ein Gefühl für die eigene Heimat zu bekommen. "Die Jugendlichen beschäftigen sich in der Vorbereitungszeit sehr intensiv mit dem, was ihre Region ausmacht. So lernen sie, dass vor der eigenen Haustür viel Schönes liegt", erläutert Sabine Herzinger, Leiterin der Gruppe aus Uhlstädt- Kirchhasel in der thüringischen Gemeinde Saalfeld-Udelstadt. Vor allen in ländlichen Gegenden sei die Abwanderung in den neuen Bundesländern ein großes Problem. "Gerade die jungen Frauen sind es, die aus der Gegend wegziehen", so Herzinger. Insofern biete sich ein solches Programm an, um für die eigene Heimat zu sensibilisieren und die jungen Menschen zum Bleiben zu bewegen. Aber auch der Austausch zwischen den Jugendlichen steht im Fokus der Aktion. Constantin Ney (18), Vorsitzender der Gruppe aus Schleidweiler, gefällt das Programm: "Mich hat die Frage des Glaubens interessiert. Viele von den Besuchern sind ja evangelisch oder atheistisch, da merkt man schon Unterschiede." Alle hätten sich aber gut verstanden. "Wir bleiben mit der Gruppe auch über den Austausch hinaus in Kontakt", verspricht Constantin. Die Stiftung Demokratische Jugend wählte insgesamt 20 Gruppen aus, am Austauschprogramm teilzunehmen. Die Jugendgruppe Schleidweiler ist eine von drei rheinland-pfälzischen Teilnehmergruppen. Für jede steht ein Budget von 1250 Euro zur Verfügung; davon muss das Besuchsprogramm und Unterkunft für die Gäste organisiert werden. Im Dezember reisen die Jugendlichen aus Schleidweiler nach Aue im Erzgebirge. Natürlich wird der Koffer dann mit ihnen fahren.