Vorerst kein Jugendparlament in Trier-Land

26.02.2010 Alter: 8 Jahr(e)
Von: Trierischer Volksfreund vom 26.02.2010
Kategorie: Presse
Auf Beschluss des Verbandsgemeinderats soll in Trier-Land auf die Einrichtung eines Jugendparlaments - so wie es die Grünen beantragt hatten - verzichtet werden. Als geeignete Institution, Jugendliche an der politischen Willensbildung zu beteiligen, wird der Jugendring Trier-Land angesehen.

Trier. (alf) Die Grünen in Trier-Land hatten es kurz vor der Kommunalwahl im Juni 2009 eilig mit zwei Anträgen: Der neu gewählte Verbandsgemeinderat sollte sich gleich in seiner ersten ordentlichen Sitzung am 16. Juni mit der Einrichtung eines Jugendparlaments befassen; außerdem sollen Rat und Verwaltung sich Gedanken machen, wie der Prozess der Lokalen Agenda in Gang gesetzt werden könnte.
 
Beide Anträge kamen auf die Tagesordnung, wurden aber vertagt. Wie die Lokale Agenda umgesetzt werden könne, darüber bestehe in den Fraktionen noch Diskussionsbedarf, hieß es zur Begründung. Und beim Thema Jugendparlament kam der Rat überein, erst einmal die Jugendpflegerin Waltraud Alten zu bitten, eine Stellungnahme als Grundlage für weitere Beratungen zu erarbeiten. Diese liegt mittlerweile vor. Kernaussage: Der Jugendring deckt die Interessenvertretung auf VG-Ebene gut ab.
 
Am Mittwochabend standen nun beide Grünen-Anträge wieder auf der Tagesordnung - zur Umsetzung kam es aber auch diesmal nicht. Bei der Lokalen Agenda hätten die Grünen noch Beratungsbedarf, sagte Sprecherin Maria Koller-Corban. Sie kündigte an, ihre Fraktion werde nach den Sommerferien wieder einen formellen Antrag einbringen. Eine Lokale Agenda ist ein Handlungsprogramm, das eine Kommune in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln soll. Vorbild ist ein 1992 von den Mitgliedern der Uno verabschiedetes globales Programm, die Agenda 21.
 
Einstimmig, also auch mit den Stimmen der Grünen, votierte der Verbandsgemeinderat, auf die Einrichtung eines Jugendparlaments auf Ebene der Verbandsgemeinde Trier-Land zu verzichten. Der Rat begrüße grundsätzlich die Einbeziehung junger Menschen in die kommunale politische Willensbildung, hieß es, als geeignete Institution sehe man allerdings eher den Jugendring Trier-Land. Das Arbeitsfeld des Vereins und der hauptamtlichen Jugendpflegerin Waltraud Alten betrifft die Offenen Treffs, die Unterstützung der 40 Mitgliedsvereine, die Netzwerkarbeit und die vielfältigen Aktivitäten. Der Jugendring übernimmt "in bewährter Weise die Moderation zwischen den jungen Menschen und den politischen Entscheidungsträgern auf der kommunalen Ebene". Auch wird die Zuständigkeit eher in den Gemeinden gesehen als bei der Verbandsgemeinde.