Erlebnisse und Geborgenheit sind Mauersteine gegen Drogen

17.05.2010 Alter: 8 Jahr(e)
Von: Trierischer Volksfreund vom 15.05.2010
Kategorie: Presse
Von unserer Mitarbeiterin Sybille Schönhofen Bitburg/Trier/Wittlich Heute startet die landesweite Woche zur Suchtprävention. Was vor Drogenabhängigkeit schützt, welche Risikofaktoren es gibt und was Eltern tun können, fasst der Suchtberater des Caritasverbandes Westeifel zusammen.

Ziel der Suchtprävention ist es, den Einstieg in den Drogenkonsum durch Nikotin und Alkohol zeitlich so weit wie möglich nach hinten zu verschieben, erläutert Josef Fuchs, Suchtberater beim Caritasverband Westeifel. Andernfalls steige das Risiko, dass Jugendliche später zu illegalen Drogen wie Cannabis, Amphetaminen, Speed, LSD, Kokain oder Heroin greifen.
 
Droge Nummer eins in der Region sei wie im gesamten Bundesgebiet der Alkohol, sagt Fuchs. Alkoholmissbrauch habe es schon immer gegeben. Neu sei das sogenannte "Koma-Saufen". Hinter Alkohol rangieren Cannabis und Amphetamine.
 
Wie gefährdet Kinder und Jugendliche sind, habe viel damit zu tun, wie wohl sie sich fühlen. Die Nähe zur Droge wächst durch Angst, Perspektivlosigkeit, Ausgrenzung, Überforderung und das Gefühl, allein gelassen zu sein. Ein weiterer Risikofaktor sei der Gruppendruck durch Freunde, wenn Kinder kaum erwachsene Bezugspersonen zur Orientierung haben.
 
Besonders gefährdet sind Kinder aus Suchtfamilien. Eltern rät Fuchs, ihren eigenen Umgang mit Alkohol und Medikamenten zu überprüfen. "Wie feiern sie, wie trauern sie, wie gehen sie Konflikte an?" Um die Seele stark gegen Drogen zu machen, sei ausschlaggebend, dass Kinder wüssten, "meine Eltern stehen hinter mir".
 
Ziehe sich ein Kind zurück, verändere sich stark und unterliege Stimmungsschwankungen, könnten das Anzeichen für einen Drogenkonsum sein, berät Fuchs Eltern. Sie sollten dann immer wieder das Gespräch suchen und nicht resignieren oder den Jugendlichen gar vor die Tür setzen. "Es braucht sehr lange, bis Kinder sich anvertrauen", sagt Fuchs. Ziel sollte sein, zu verstehen, "was dem Kind fehlt, was es braucht und was sein Konflikt ist". Beratungsstellen helfen hier weiter.
 
"Suchtprävention ist immer etwas Sinnstiftendes", sagt Fuchs. Daher setzt sie darauf, Interessen zu wecken. An Projekt- und Erlebnistagen sollen Jugendliche erfahren, wie sie ihre Freizeit positiv verbringen können, lautet die Strategie, sagt auch die Jugendschutzbeauftragte der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm, Valerie Scholtes.
 
Als ein Mittel zu diesem Zweck setzen regionale Arbeitskreise zur Sucht- und Gewaltprävention beispielsweise mobile Kletterwände ein, nach dem Motto "Klettern statt Kiffen". Die Herausforderung und das Erlebnis sollen die Persönlichkeit stärken.
 
Zur Prävention gehört auch, das Bewusstsein für die Gefahr zu schulen. Dafür bietet der Arbeitskreis aus Bitburg-Prüm das Theaterstück "Alkohölle" an, das sich an Achtklässler wendet.
 
Da die Kontrolle von Jugendlichen durch das soziale Umfeld geringer werde, seien Regeln wie das Jugendschutzgesetz umso wichtiger, sagt Fuchs. Als Jugendschutzbeauftragte kümmert sich Valerie Scholtes mit Kontrollen im Einzelhandel und bei Veranstaltungen darum, dass es auch eingehalten wird.
 
Die Aktionswoche in der Region
 
Daun: Ausstellung Essstörung, 17. bis 21. Mai, 8 bis 16 Uhr, Kreisverwaltung Vulkaneifel, Mainzerstraße 25. Judo-Schnuppertraining, Freitag, 21. Mai, 16.30 bis 18 Uhr, Sporthalle des Thomas-Morus-Gymnasiums, Michel-Reineke Straße.
 
Trier: Elternkurs "Zwischen Zuwendung und Verwöhnen", Dienstag, 11. Mai, 19.30 -21.30 Uhr, Katholische Familienbildungsstätte Trier, Krahnenstraße 39b. Anmeldung unter Telefon 0651/74535.
 
Informationsstand des Arbeitskreises Suchtprävention, 11 bis 17 Uhr, Fußgängerzone Fleischstraße Höhe Kornmarkt.
 
Jugendschutz, Sucht und Drogen: Polizei informiert Eltern und Lehrer der 8. Klassenstufen. Dienstag, 18. Mai, 19 Uhr, Auguste-Viktoria-Gymnasium, Dominikanerstraße, Infos bei der Polizeidirektion Trier, Telefon 0651/463240-20.
 
Prävention von Essstörungen bei Schülern der neunten Klassenstufe, 10. bis 12. Mai, 8 bis 13 Uhr, Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, Olewigerstraße 2. Weitere Infos: Caritasverband, Telefon 0651/145395.
 
Traben-Trarbach: Elternabend "Rund ums Saufen", Workshop Mittwoch, 19. Mai, 19.30 bis 21.30 Uhr, Gymnasium Traben-Trarbach, Bernkasteler Weg 72, Infos unter Telefon 06571/9155-20.
 
Aktionstag "Markt der Möglichkeiten". Infos über das regionale Freizeitangebot. Donnerstag, 20. Mai, 8 bis 13 Uhr, Realschule Plus, Köveniger Straße 78-80. Infos beim Caritasverband, Telefon 06571/9155-20.
 
Fortbildung für Lehrkräfte zum Thema "Alkohol" im Unterricht, Montag, 17. Mai, 14 bis 17 Uhr, Jugendgästehaus, Hirtenpfad 6. Anmeldung unter Telefon 06571/9155-20.
 
Gerolstein: Aktionstag "Ernährung-Bewegung-Gesundheit", Samstag, 15. Mai, 11 bis 17 Uhr, Brunnenplatz, Kyllweg. Weitere Infos: Kreisjugendamt Vulkaneifel, Telefon 06592/933-258.
 
Wasser-Party im Gerolsteiner Schwimmbad, Dienstag, 18. Mai, 15 bis 18 Uhr, Infos: Haus der Jugend, Telefon 06591/5535.
 
AOK-Kochwerkstatt für Kochanfänger, Mittwoch, 19. Mai, 17 Uhr, Haus der Jugend. Anmeldung unter Telefon 06591/5535.
 
AOK-Kochwerkstatt "Beauty-Power-Vitamine", Freitag, 21. Mai, Haus der Jugend. Anmeldung unter Telefon 06591/5535.
 
Judo bewegt. Schnuppertraining, Montag, 17. Mai, 15.30 bis 17 Uhr, Sporthalle der Realschule Plus, Lissinger Straße 26a.
 
Hillesheim: Spieleparcours: Sport, Spiel, Spaß und Begegnung. Haus der Jugend, Donnerstag, 20. Mai, 15 bis 20 Uhr, Am Sportplatz.
 
Osburg: Umgang mit Neuen Medien/Alkoholfreie Getränke, Freitag, 21. Mai, 9 bis 12 Uhr, Grundschule, Schulstraße 16.
 
Wittlich: Ständig Stress um den PC? Infostand des Caritasverbandes zum Thema Neue Medien, Freitag, 21. Mai, 11 bis 16 Uhr, Bungert, Friedrichstraße 59.
 
Toll statt voll! Alkoholfreie Cocktails und Informationen zum Thema Alkohol vom Caritasverband, Freitag, 21. Mai, 11 bis 16 Uhr, Bungert.
 
Extra Suchtberatungsstellen
Kreis Bitburg/Prüm: Präventionsfachstelle des Caritasverbandes Westeifel, Brodenheckstraße 1, 54634 Bitburg, Telefon: 06561/9671-0 (-27); Psychosozialer Dienst: 54595 Prüm, Kalvarienbergstraße 1, Telefon 06551/97109-0, j.fuchs@bitburg.caritas-westeifel.de. Kreis Daun: Caritasverband für die Region Westeifel, Psychosozialer Dienst, 54550 Daun, Mehrener Straße 1, Telefon 06592/95730. Kreis Bernkastel-Wittlich: Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück, Kurfürstenstraße 6, Telefon 06571/9155-20. Trier/Trier-Saarburg: Caritasverband für die Region Trier, Kutzbachstraße 15, Telefon 0651/1453950; Suchtberatung "Die Tür", Oerenstraße 15, Telefon 0651/17036-23; Diakonisches Werk, Theobaldstraße 10, Telefon 0651/2090057. Ansprechpartner sind auch die Selbsthilfegruppen des Kreuzbundes und der Anonymen Alkoholiker sowie die Gesundheitsämter. (sys)